bahnsachse.de
  13.07. bis 15.07.2016 - [DE][CH][AT][CZ] Von Sternen und Schienenfliegern - Teil 3  



Unsere Bahnfahrt startete 12:40 Uhr mit dem RJ 167 in ihre nächste Etappe. Unsere Route führte uns den Zürichsee entlang, durch Lichtenstein, über den
Arlberg, durch das Inntal, im Korridor nach Salzburg bis nach Linz entlang der Alpen. Sechseinhalb Stunden und 600 Kilometer Bahnfahrt lagen vor uns.


Weiter ging es mit dem Schienendüsenflugzeug.


ÖBB 1116 221 stand mit RJ 167 in Zürich HB bereit.

Im Wagen 24 hatten wir bis St. Anton am Arlberg Plätze in Fahrtrichtung links reserviert. Bis St. Anton ist es fast so wie im Elbtal. Auf der einen Seite sieht man fast immer etwas, auf der anderen meistens nur den Hang. Leider fuhren wir erstmal durch ein Regengebiet, so dass der Ausblick auf die Berge eher begrenzt war.




Blick über den Walensee auf die wolkenverhangenen Berge.

In Buchs war Fahrtrichtungswechsel und es ging anschließend ohne Halt durch Lichtenstein nach Österreich. Ab hier wechselt auch die Seite mit der besseren Aussicht. Diese ist nun in Fahrtrichtung rechts. Von daher saßen wir immer noch richtig. In Feldkirch wurde unser Zug mit dem RJ 567 aus Bregenz vereinigt.
Im Doppelpack (2 Loks, 14 Wagen) ging es nun über den Arlberg weiter in Richtung Osten.


Blick zur Zugspitze.

Auf der anderen Seite des 10.648 m langen Arlbergtunnels zeigte sich das Wetter wesentlich freundlicher. Der Himmel war stellenweise aufgerissen. Am Tag davor war die Schneefallgrenze auf 1700 m gefallen, was einige weiße Gipfel erzeugte. In St. Anton, dem mit 1.303 m höchstgelegensten Schnellzugbahnhof Europas, wechselten wir den Wagen. Im Wagen 23 hatten wir Plätze nun wieder in Fahrtrichtung links reserviert, denn rechts gab es ab sofort wieder nur den Hang zu sehen.







Hinter Innsbruck verschwand der Zug erst einmal für 34,5 km unter der Erde. Es wurde die neue Unterinntalbahn mit bis zu 220 km/h befahren.



Vor Wörgl tauchten wir aus dem Untergrund wieder auf. Ab Kufstein fuhren wir durch den deutschen Korridor über Rosenheim nach Salzburg.
Nachdem wir Salzburg hinter uns gelassen hatten und der Magen knurrte, entschlossen wir uns, Henry am Zug im ARbmpz einen Besuch
abzustatten. Die Qualität der Mikrowellengerichte war gut, der Preis in Ordnung. Nur die „3 Damen vom Grill“ waren sehr genervt.


Der starke Regen der letzten Tage hatte seine Spuren hinterlassen.

Mit nur einer Minute Verspätung erreichten wir 19:13 Uhr Linz Hbf. Die Fahrt im Railjet war sehr angenehm. Von Linz sollte unsere Fahrt eigentlich mit
der Summerauerbahn weiter nach České Budějovice gehen. Leider bestand aber wegen Bauarbeiten Schienenersatzverkehr zwischen Linz und Pregarten.
Auf dem Bahnhofsvorplatz stand schon das gummibereifte Ersatzfortbewegungsmittel bereit.



Nach einer halbstündigen Fahrt erreichten wir Pregarten. In der Abstellgruppe sahen wir die planmäßige Garnitur des REX/Os 3806,
gebildet aus einer ÖBB 1116 und rekonstruierten ČD Schnellzugwagen der Gattung Aee140, Bbdgmee236 und Bee238 stehen.


Das Empfangsgebäude von Pregarten könnte vom Baustil her auch irgendwo in Sachsen stehen.

Die Abfahrtszeit war fast erreicht, aber die Lok stand weiterhin abgebügelt entfernt vom Bahnsteig. Irgendetwas stimmte hier nicht. Um 20:18 Uhr, eine Minute
vor Abfahrt, kam ein ÖBB Cityjet aus Richtung Summerau eingefahren. Auf der Anzeige stand REX 3806. Was war hier los? Der Cityjet kann doch nicht unter
25 kV in Tschechien fahren, dachte ich mir. Der Zugbegleiter gab dann Auskunft. Der Zug fährt nur bis Freistadt. Dort wartete dann nochmal ein Bus. Die
Strecke nach Summerau ist seit dem Nachmittag wegen umgestürzter Bäume gesperrt. Ab Summerau verkehrte dann der Zug nach České Budějovice.

Der Cityjet (Siemens Desiro ML) ist für einen Nahverkehrszug sehr komfortabel eingerichtet. Bequeme und verstellbare Sitze, Gepäckablagen auch über
den Drehgestellsitzen, übergroße Fenster, Fußrasten bei den Reihensitzen und Infodisplays in den Fahrgastraum und nicht zur Tür sind nur einige Vorteile
gegenüber den Coradia Continental in Mittelsachsen.


Von solch einer Fenstergröße kann man in den Triebwagen der MRB nur träumen.




In Freistadt verließen wir das Stadtdüsenflugzeug nach 10 Minuten schon wieder.

Angekommen in Freistadt stand der Bus schon bereit und fuhr sofort ab. Der Busfahrer legte sich ins Zeug. Über schmale Straßen mit leicht überhöhter Geschwindigkeit fuhren wir nach Summerau. In Summerau angekommen wartete ÖBB 1116 092 mit einer CityShuttle Garnitur. Schade, beleuchteter Großraum
statt dunkles Abteil, dafür aber Fenster zum Öffnen. Trotz der Kurzfristigkeit war alles gut durchorganisiert.


Die Straßen waren kaum breiter als der Bus.


Bahnhof Summerau. Mit nur 2 Minuten Verspätung setzte sich der Zug in Bewegung.

Wir nahmen im Steuerwagen, einem ÖBB Bmpz-s (A-ÖBB 50 81 80-73 222-6) Platz. Der Zug war nur spärlich besetzt und setzte sich 21:00 Uhr im Bewegung.
Wie am Abend zuvor riss der Himmel zum Sonnenuntergang plötzlich auf und bescherte uns kurz ein schönes Abendrot.



Eigentlich war es schon dunkel draußen geworden. In Chlumec gab es aber 50 Minuten nach Sonnenuntergang noch einmal
ein rotes Band am Horizont. Was wäre das für eine tolle Fahrt gewesen, ohne die dichten Wolken am Himmel.



Mit 4 Minuten Verspätung erreichten wir 22:17 Uhr unser Tagesziel České Budějovice erreicht. Von Zürich hatten wir 725 Kilometer zurückgelegt. Von Zürich
bis České Budějovice hatten wir zwei Fahrkarten genutzt: Bis St. Anton am Arlberg waren wir mit einer ÖBB Sparschiene für 14 € pro Person unterwegs. Ab
St. Anton am Arlberg hatten wir dann ein First Minute Europe (Včasná jízdenka Evropa) der ČD für 386 Kč (14,42 €) pro Person bis České Budějovice genutzt.


ÖBB 1116 092 mit Os 3806 „Ferdinand Kindermann“ in České Budějovice.


Auch 22:20 Uhr war noch ein Fahrkartenschalter geöffnet.

In České Budějovice war ein Hotel für die kommende Nacht in direkter Bahnhofsnähe gebucht.

Weiter geht es im Teil 4.



     
© 2026, Stefan Fritzsch