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  10.06. bis 12.06.2016 - [AT][CZ] Über Nacht von Elbe an Donau  



Ein Wochenend-Städte-Trip mit meiner Frau & Freunden stand auf dem Programm. Als Ziel wurde die Hauptstadt von Österreich auserkoren und als Transportmittel konnte ich die Reisegruppe von der Eisenbahn überzeugen. Die Hinfahrt erfolgte dabei mit dem Nachtzug ab Dresden. Dies war Neuland für meine Mitreisenden.

10.06.2016

Nachdem ich bereits am Vormittag eine Runde mit den Doppelstockwagen zum Aufwärmen gedreht hatte, starteten wir 19:10 Uhr mit RE 4773 in Chemnitz Hbf.
Um 20:08 Uhr hatten wir zum letzten Mal Dresden Hbf in einem Doppelstockzug aus Chemnitz erreicht.

Nach einem Abendessen wollten wir mit dem Nachtzug weiter nach Wien fahren. Am Bahnsteig 3 war 20:34 Uhr der EN 477 „Metropol“ aus Berlin nach Budapest
eingefahren. Dieser führte am Zugschluss eine Kurswagengruppe, bestehend aus einem Liegenwagen (Bcmh) der WSBA, einem Schlafwagen (WLABmz826)
der ČD und einem Abteilwagen (Bvmz) der MÁV mit, welche in Břeclav auf den EN 407 „Chopin“ aus Krakau und Warschau nach Wien übergingen.

Seit unserer Ankunft in Dresden war die Sonne weiter gesunken und hatte mittlerweile die Gleisseite gewechselt. Als wir die Treppe am Bahnsteig 3
hinaufkamen, wurde der Zug von einem wunderbaren Streiflicht angeleuchtet. Eine perfekte Lichtstimmung als Beginn für die Nachtzugfahrt.


Unser erster Blick auf den Zug. Was für eine perfekte Lichtstimmung.




ČD 371 201 (ex DB 180 001) hatte die Aufgabe, den Zug bis Praha hl.n. zu befördern.


Angeleuchteter Portikus des Dresdener Hauptbahnhofes.

Im Wagen 265, dem Schlafwagen der ČD (CZ-ČD 61 54 71-91 005-3), hatten wir zwei nebeneinander liegende Double reserviert. Als Fahrkarten nutzten
wir zwei Spar-Night ab Dresden Hbf zu 138 Euro und 198 Euro pro Paar. Pünktlich 21:07 Uhr setzte sich der Zug in Bewegung.


ČD WLABmz826 (CZ-ČD 61 54 71-91 005-3)


Ein letztes Foto auf die Elbe bei Königstein.

Wir genossen die abendliche Fahrt durch das Elbtal und in Ústí nad Labem hl.n. zogen wir uns in unser Abteil zurück. Bis Praha blieb ich noch wach.

11.06.2016

Wir schliefen gut, die Fahrt war angenehm ruhig. Vom Rangiermanöver in Břeclav bekamen wir nichts mit und wachten erst auf, als wir bereits die
Grenze zu Österreich passiert hatten. Wir öffneten die Verbindungstür zwischen den Abteilen und konnten so vis-a-vis zusammen das spärliche Frühstück
aus Fertigcroissant und Kaffee genießen. Meine Reisegruppe war von der Fahrt im Nachtzug begeistert. Es hatte ihnen sehr gut gefallen.


Wir überquerten die Donau. Wien war erreicht.


Einfahrt in Wien Hauptbahnhof.

Zehn Minuten vor Plan erreichten wir Wien Hauptbahnhof 06:52 Uhr. Mein Reisegruppe musste warten, bis ich mit den Fotos fertig war.


ČD 380 007 hatte den EN 407 in Bohumín übernommen und nach Wien gebracht.



Wir brachten unsere Koffer ins Hotel, die Zimmer waren noch nicht verfügbar. Wir frühstückten noch einmal ordentlich und anschließend stand
für den Rest des Tages Sightseeing auf dem Programm. Eine Mitfahrt mit dem Dampfzug der Liliputbahn im Prater durfte natürlich nicht fehlen.


Dampflok Da1 der Liliputbahn Prater war an diesem Tag unterwegs.

Für die kommende Nacht hatten wir Zimmer im Motel One am Wiener Hauptbahnhof gebucht. Das Hotel bietet einen herrlichen Blick über die Stadt, aber vor
allem auf den Wiener Hauptbahnhof. Bei der Buchung hatte ich um Zimmer in den oberen Stockwerken mit Blick in Richtung Hauptbahnhof gebeten und so
wurden wir mit „Ach, sie sind die Eisenbahnfans“ beim Check-In begrüßt. Auf mich traf dies zumindest zu.


Blick aus unserem Hotelzimmer.


Ein ÖBB Taurus verlässt mit EC 147 Wien Hbf nach Nyiregyhaza.

Am Abend hatten wir dann noch einmal die Möglichkeit, unseren Schlafwagen von letzter Nacht zu sehen.


Der EN 406 stand bereit. Hinter der Lok die drei Kurswagen nach Berlin Hbf. Mit dem mittigen waren wir letzte Nacht gereist.

12.06.2016

Der nächste Morgen begann dann erst einmal regnerisch. Am Hauptbahnhof herrschte reges Nachtzugtreiben.
Wir beschlossen nicht noch einmal in die Stadt zu laufen und den Tag entspannt anzugehen.


ÖBB 1116 280 mit den EN 421 aus Düsseldorf.


Ein ÖBB Taurus fährt mit dem EN 1234/1236 aus Livorno weiter an die Autoreisezuganlage
während eine ÖBB 2070 die Garnitur des EN 491 aus Hamburg rangiert.


Nach einem ausgiebigen Frühstück erfolgte dann schon die Rückfahrt nach Chemnitz. Dabei wählte ich bewusst den Weg über Tschechien.
Erster Zug sollte der RJ 74 „Franz Schubert“ aus Graz nach Praha hl.n. werden, welcher den Wien Hauptbahnhof 11:09 Uhr verlassen sollte.




Warten auf den Railjet.


Einfahrt des RJ 74 „Franz Schubert“ in Wien Hbf.

Es wollten eine ganze Menge Personen mit. Im Wagen 22, einem Bmpz891 (CZ-ČD 73 54 21-91 107-5) hatte ich vier Plätze reserviert.
Pünktlich erfolgte die Abfahrt in Wien. Für die 404 Kilometer lange Strecke nach Praha war eine Fahrzeit von 3:59 h veranschlagt.




ČD 362 118 und ČD 362 087 in Břeclav.


Vier ČD 362 in vier unterschiedlichen Farbgebungen in Brno hl.n.. ČD 362 111, 362 165, 362 021 und 362 124.

Obwohl der Zug sehr gut ausgelastet war, empfanden wir die Fahrt im Railjet als sehr angenehm. Die Zeit verging wie im Fluge :-).
Mit 5 Minuten Verspätung erreichten wir Praha hl.n. 15:13 Uhr. Damit hatten wir für 404 Kilometer 4:04 h gebraucht.


ÖBB 1216 234 hatte den Railjet nach Praha gebracht.


Die Farbgebung der ČD gefällt mir besser am Railjet als die der ÖBB.

Den Rückweg über Praha hatte ich wegen einem besonderen Abschluss für meine Reisegruppe gewählt. Bis dahin nutzten wir die Zeit für einen Bummel durch
den Bahnhof. Zurück am Bahnsteig wollten wir 16:27 Uhr mit dem EC 170 „Carl Maria von Weber“ nach Dresden Hbf fahren. Zum Sonntagnachmittag war der
Zug rappel voll. Wir stiegen direkt bei der JLV im Wagen 261, einem WRmz815 (CZ-ČD 73 54 88-91 005-1), ein. Selbst der Speisewagen war bereits
bei der pünktlichen Abfahrt in Praha bis auf den letzten Platz belegt. Dies hatte ich noch nie erlebt. Mit viermal Vorspeise, Hauptgang und Dessert sorgten
wir für etwas Arbeit in der Küche und ließen es uns noch einmal richtig gut gehen. Pünktlich erreichten wir Dresden Hbf 18:44 Uhr.

Von Dresden ging es dann direkt um 18:53 Uhr mit dem RE 26990 weiter nach Chemnitz. Es war der erste Betriebstag der Mitteldeutschen Regiobahn auf der Sachsen-Franken-Magistrale nach der Übernahme der Leistung von DB Regio. Pünktlich erreichten wir nach 1.354 Kilometern Chemnitz Hbf 19:54 Uhr.

Von Wien bis Chemnitz hatten wir ein Europa-Spezial der DB für 29 Euro pro Person genutzt. Meiner Reisegruppe hatte die Bahnfahrt viel Spaß gemacht.



 

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