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  15.09.2019 - [DE][CZ] Mit der Büchse über den Kamm  



Bevor die ČD zum Fahrplanwechsel 2019 die saisonale Leistung am Wochenende zwischen Mai und September auf der Strecke Cranzahl - Vejprty - Chomutov
an die Länderbahn abgab, wollte ich noch einmal die Strecke am Übersetzfenster in einer Brotbüchse bereisen. Die Länderbahn setzt ab 2020 ehemalige RegioSprinter der Vogtlandbahn ein, die absolut nicht zu meinen Lieblingsfahrzeugen gehören. Der Wetterbericht versprach für den 15.09.2019 wunderbares Herbstwetter und so begab ich mich zu einer kleinen Rundfahrt.

Ich startete in Chemnitz-Hilbersdorf. Da die Züge der Erzgebirgsbahn nicht in Chemnitz-Hilbersdorf halten, fuhr ich mit der RB 74074 um 08:21 Uhr zunächst nach Chemnitz Hbf. Vier Minuten später war dieser erreicht. Am Bahnsteig 8 stand bereits DB 642 058 mit der RB 23709 nach Cranzahl bereit.


Das Bahnhofsgebäude in Chemnitz-Hilbersdorf verfällt leider immer mehr.


DB 642 058 war bereit zur Abfahrt nach Cranzahl.

Ich fand im nicht übermäßig besetzten Triebwagen ein schönes Plätzchen und pünktlich um 08:36 Uhr erfolgte die Abfahrt. Die Fahrt führte über 64 Kilometer
in 79 Minuten durch das Zschopau- und Sehmatal hinauf ins Erzgebirge. Für die Fahrt bis Cranzahl nutzte ich eine VMS Einzelfahrt Verbundraum für 7 Euro.


Schloss Wildeck in Zschopau.


Vor der Einfahrt in den Bahnhof wird der Ort Cranzahl überquert.

Pünktlich 09:55 Uhr erreichte ich Cranzahl. Der Nachbarbahnsteig stand bereits schon voller Menschen und auch aus der Erzgebirgsbahn gab es einige Umsteiger. Eigentlich hätte der Zug aus Chomutov bereits 09:41 Uhr ankommen sollen. Er war aber weit und breit nicht zu sehen. Wir wurden informiert, dass sich die Ankunft um 20 Minuten verspätete. Ich war überrascht, wie viele Menschen nach Chomutov fahren wollten. Um 10:07 kam dann ČD 810 319 mit einem BDtax-Beiwagen eingefahren. Die Reisewilligen stürmten sofort den Beiwagen. Der Triebwagen musste erst noch für die Rückfahrt umsetzen und so ging ich es entspannt an.


Nach der Einfahrt stürmten die Beförderungsfälle den Beiwagen.


ČD 810 319 setzte für die Rückfahrt um.


Die Garnitur ist als Os 5691 nach Chomutov bereit für die Abfahrt.

Im Triebwagen nahm ich in Fahrtrichtung links Platz und wartete auf die Abfahrt. Mit 13 Minuten Verspätung setzte sich der Zug um 10:20 Uhr in Bewegung.
Beim Zugbegleiter kaufte ich ein Celodenní jízdenka+Německo region Ústecký (Tagesticket+Deutschland Region Ústí nad Labem) für 309 Kč (12,40 €).


Wir überquerten das Viadukt über das Pöhlbachtal. Auf der Mitte befindet sich die Grenze zwischen Deutschland und Tschechien.


Einfahrt in Vejprty.

In Vejprty stiegen weitere Personen zu, so dass beide Fahrzeuge nun bis auf den letzten Platz belegt waren. Zu mir gesellte sich eine deutsche Familie,
die mit dem Auto nach Vejprty gefahren waren, da sich nicht wussten, dass der Zug bereits ab Cranzahl verkehrte.


Blick auf den 910 m hohen Mědník (Kupferhübel) nebst dem Förderturm des ehemaligen Bergwerkes.


Vom Plateau des Erzgebirgskamms bietet sich ein herrlicher Blick auf Keil- (1244 m) und Fichtelberg (1215 m).


Vodní nádrž Přísečnice (Preßnitztalsperre)


Bahnhof Křímov. Früher zweigte hier die Strecke nach Reitzenhain ab.

Punkt 12 Uhr erreichten wir mit 13 Minuten Verspätung Chomutov. Für mich sollte es jetzt ostwärts in Richtung Elbtal weitergehen. Mit dem R 609 „Krušnohr“
von Cheb nach Praha wollte ich zunächst bis Bílina fahren. Mit 10 Minuten Verspätung kam ČD 362 046 mit dem Zug eingefahren. Im Wagen 372, einem
ABmz346 (A-ČD 61 81 30-90 008-6) fand ich einen Fensterplatz. Um 12:18 Uhr setzte sich der Zug wieder in Bewegung.


Bahnhof Chomutov mit ČD 814 143 als Sp 1677 nach Lužná u Rakovníka und dem zurückgelassen BDtax aus Cranzahl.


Einfahrt von ČD 362 046 mit dem R 609 „Krušnohr“ nach Praha hl.n..


Blick auf den Erzgebirgskamm.

In Bílina wollte ich eigentlich in den Os 16511 nach Ústí nad Labem über Úpořiny umsteigen. Am offenen Fenster einer RegioNova hatte ich vor, die Strecke
einmal zu befahren, bevor RegioJet diese zum Fahrplanwechsel 2019 übernahm. Die planmäßige Übergangszeit in Bílina betrug zwei Minuten. Die Verbindung
wurde mir als Umsteigeverbindung angegeben, so dass ich mir trotz mittlerweile 13 minütiger Verspätung keine Sorgen machte. Umso mehr war ich erstaunt, als ich
plötzlich im Můi Vlak sah, dass die RegioNova pünktlich abgefahren war. Ich konnte es nicht glauben, die ČD hatte nicht auf einen, meinen Anschluss gewartet.
Die Sichtkontrolle ergab, dass die App die Wahrheit sagte, denn keine RegioNova war in Bílina zu sehen. So blieb ich etwas angefressen im R 609 sitzen.


Statt mit einer RegioNova fuhr ich (komfortabel) mit dem Rychlík weiter nach Ústí nad Labem.

Die Česká drahy wusste sich aber zu entschuldigen. Die Rychlík von Cheb nach Praha machen in Ústí nad Labem Kopf und werden hier planmäßig von Loks
der Baureihe 150 oder 193 übernommen. Heute war aber mit ČD 371 005 der wohl farblich schönste „Rennknödel“ für die Leistung eingeteilt. Ich freute mich,
denn mir gefällt diese als letzte in dieser älteren Farbgebung erhaltene Loks so sehr vor den blauen Zügen.


Ausfahrt von ČD 371 005 mit dem R 609 „Krušnohr“ in Ústí nad Labem.


ČD 362 046 fuhr in die Abstellung. Ihre nächste Aufgabe war der R 608 nach Cheb.

Ich trat den Rückweg in Richtung Deutschland an. Dafür nutzte ich als erstes bis Děčín den 7 Minuten verspäteten EC 378 „Berliner“ von Praha hl.n. nach Kiel Hbf. Der Zug war rappelvoll, so dass ich für die 15 minütige Fahrt nur einen Stehplatz fand. Um 14:05 Uhr stieg ich in Děčín wieder aus. Am Bahnsteig gegenüber stand bereits DB 642 161 mit der U 28 nach Rumburk bereit, mit welcher ich bis Bad Schandau fahren wollte.


ČD 193 298 „Fidorka“ mit dem EC 378 „Berliner“ nach Kiel Hbf.


ČD 440 007 als Os 6828 nach Most und DB 642 161 als Os 5449 nach Rumburk.

Pünktlich um 14:41 Uhr erfolgte die Abfahrt. Bis Doln;í Žleb verlief die Fahrt planmäßig. Hier blieben wir aber stehen und es ging nicht weiter. Was ich nicht
wusste, zwischen Dolní Žleb und Schöna waren Bauarbeiten und es stand nur ein Gleis zur Verfügung. Es wurden erst einmal drei Güterzüge in der Gegen-
richtung durchgelassen, bevor wir unsere Fahrt mit 15 Minuten Verspätung fortsetzten. Da ich nicht damit rechnete, dass mein planmäßig 5-minütiger
Anschluss auf die S 1 in Bad Schandau wartete, beschloss ich, in Schöna auszusteigen, um hier auf die nächste S 1 nach Dresden zu warten.


Blick über die Elbe auf Hřensko (Herrnskretschen), der am tiefsten gelegene Ort in ganz Tschechien (122,5 m n.m).


Durchfahrt von ÖBB 1293 010 in Schöna.


Einfahrt von DB 146 016 mit der S 1 aus Meißen Triebischtal.

Um 15:25 Uhr kam DB 146 016 mit der S 1 aus Meißen Triebischtal eingefahren und 10 Minuten später erfolgte die pünktliche Abfahrt zurück. Bei der Einfahrt in Bad Schandau war ich froh, bereits in Schöna eingestiegen zu sein, denn der Bahnsteig war voll. Dies war in jeder weiteren Station bis Pirna dann das gleiche Bild.

Pünktlich 16:28 Uhr erreichte ich Dresden Hbf. Da ich keine Lust auf den Ansagenmarathon in der RegionalBahn bis Chemnitz-Hilbersdorf hatte beschloss ich, bereits 16:52 mit dem RE 74046 bis nach Flöha zu fahren, um dort dann eine halbe Stunde auf die folgende RB 74094 zu warten.


Einfahrt von MRB 1440 201 als RB 74094 nach Zwickau in Flöha.

Eine Stunde später als ursprünglich geplant war ich pünktlich 18:21 Uhr nach 370 Kilometern wieder in Chemnitz-Hilbersdorf.



 

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© 2020, Stefan Fritzsch