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  10.07. - 12.07.2020 - [CZ] Außerordentliche Ereignisse - Teil 3  



12.07.2020

Als ich aufwachte, schien die Sonne vom blauen Himmel. Ein erster Blick in Můi Vlak zeigte, der Bahnverkehr lief planmäßig um Praha. Beides waren schon einmal gute Vorzeichen. Gegen 08:30 Uhr waren wir wieder am Bahnhof. Erster Zug des Tages sollte der R 1276 „Bezdězský rychlík“ der KŽC nach Bezděz werden.

Der Zug stand bereits am 7. Bahnsteig bereit und im Halbgepäckwagen der Gattung BDa (CZ-KŽC 51 54 82-40 328-2), einem ehemaligen BDs450 der ČD, Baujahr 1976, fanden wir ein freies Abteil. Pünktlich 08:59 Uhr setzte sich KŽC 749 006 mit dem Zug, welcher nur spärlich besetzt war, in Bewegung. Der Zugbegleiter kam erst nach Praha-Vysočany durch den Zug. Von ihm erhielten wir für die Fahrt nach Bezděz ein PID-Fahrschein für 84 Kč normal und 21 Kč ermäßigt für 11 Zonen.


KŽC T478.1006 (749 006) mit dem R 1276 „Bezdězský rychlík“ in Praha hl.n..


Wie verließen Praha hl.n..



Im Internet konnte ich dieses Foto des Zuges hinter Praha-Vysočany finden.


In Neratovice stand ČD 809 657.


Hinter Všetaty fuhr ČDC 363 008 an den Sonnenblumen vorbei in Richtung Děčín.

Es war eine herrliche Fahrt an diesem Morgen, welche viel zu schnell nach 100 Kilometern pünktlich 10:48 Uhr in Bezděz vorbei war. Die Lok setzte für die
Rückfahrt am Nachmittag um den Zug und rangierte ihn dann auf ein Abstellgleis. Wir hatten ein Stunde Zeit, bevor es für uns weiter in Richtung Heimat ging.




Der Zug wurde so gut abgestellt, dass Zug, Bahnhofsgebäude und Burg auf ein Bild passten.


Blick auf die Burg Bezděz (Burg Bösig).

Nach einer Stunde Pause setzten wir unsere Reise mit dem Os 6008 von Mladá Boleslav nach Rumburk fort. Mit 4 Minuten Verspätung kam ČD 843 016
11:56 Uhr eingefahren. Im Beiwagen der Gattung Bdtn757 (CZ-ČD 50 54 20-29 235-9) fanden wir ein freies Plätzchen.


Einfahrt von ČD 843 016 als Os 6008 in Bezděz.

Wir fuhren mit dem Zug 26 Kilometer bis Česká Lípa hl.n., wo wir 12:23 Uhr ankamen. In Česká Lípa hatten wir direkt Anschluss an den Os 6108 nach Louny.
Wir wollten den Zug bis Lovosice nutzen, um ab da die Heimreise nach Chemnitz anzutreten. Dabei nutzten wir von Bezděz bis Dubičná eine normales Ticket
der ČD für zusammen 96 Kč (3,63 €). Ab Dubičná hatte dann das Skupinová víkendová ízdenka+Německo region Ústecký (Wochenend-Gruppenticket + Deutschland Region Ústí nad Labem) für 379 Kč (14,36 Euro) seine Gültigkeit. Pünktlich 12:34 Uhr setzte sich ČD 814 058 in Bewegung.


ČD 814 058 als Os 6108 nach Louny in Česká Lípa hl.n..


Zugkreuzung in Blíževedly mit ČD 814 051 als Os 6107 nach Česká Lípa hl.n..

Pünktlich 13:54 Uhr erreichten wir nach 50 Kilometern Lovosice. Die Zeit und das Ticket hätten es hergegeben, noch etwas im Ústecký kraj mit der ČD umher
zu fahren. Nach den Erfahrungen der Vortage beschlossen wir aber, nichts mehr zu riskieren und den direkten Heimweg anzutreten. Durch die Baustelle und
dem daher gehenden eingleisigen Betrieb zwischen Dolní Žleb und Schöna war auch etwas unsicher, ob wir überhaupt pünktlich über die Grenze kommen.

Als wir die Treppe zum 2. Bahnsteig hinauf kamen, fuhr ČD 162 046 mit dem R 688 „Labe“ aus Praha hl.n. nach Děčín hl.n. ein. Im Wagen 370, einem BDs449
(CZ-ČD 51 54 82-40 430-5) Baujahr 1981, fanden wir noch ein freies Abteil und konnten die Fahrt bis Děčín am offenen Fenster genießen. Pünktlich 13:59 Uhr erfolgte die Abfahrt des für uns letzten tschechischen Zuges dieser Rundfahrt.


Einfahrt von ČD 162 046 mit dem R 688 „Labe“ von Praha hl.n. nach Děčín hl.n..



Viel zu schnell war Děčín hl.n. 14:33 Uhr nach 45 Kilometern erreicht. Am 2. Bahnsteig brummelte bereits DB 642 032 vor sich hin. Mit ihm fuhren wir als
Os 5449 weiter nach Bad Schandau. Die große Frage war, wie kommen wir durch das Nadelöhr Baustelle? Der Triebfahrzeugführer sprach mit anderen
Fahrgästen von einer Wartezeit von bis zu 30 Minuten in Dolní Žleb. Die Abfahrt erfolgte pünktlich 14:54 Uhr.


DB 642 032 als Os 5449 nach Rumburk.

Widererwartend „rutschten“ wir perfekt durch die Baustelle und erreichten pünktlich 15:19 Uhr Bad Schandau. In Krippen kam uns die S 1 nach Schöna entgegen. Nach der S 1 folgten drei Güterzüge im Blockabstand. Ein Vierter belegte Bahnsteig 3 in Bad Schandau. Da die Güterzüge auf dem Streckengleis aber nicht
weiter fuhren kam es in Bad Schandau dann noch zu einem kleinen außerordentlichen Ereignis. Durch die Belegung des Bahnsteiges 3 fuhr der EC 175
„Berliner“ nach Praha hl.n. auf Bahnsteig 1 ein. „Und wo soll jetzt die S-Bahn halten?“ dachte ich mir. Irgendwann kam dann Bewegung bei den Güterzügen rein
und Bahnsteig 3 konnte frei gefahren werden. Mit 12 Minuten Verspätung folgte dann die Einfahrt der S 1 (31748) von Schöna nach Meißen-Triebischthal.
Der EC 175 hatte nach seiner pünktlichen Ankunft derweil schon 20 Minuten Verspätung angesammelt.


Einfahrt der S 1 (Schöna - Meißen-Triebischthal) in Bad Schandau. DB 146 014 schob den Zug.

Um 15:57 Uhr erfolgte die Abfahrt in Bad Schandau und 45 Minuten später war Dresden Hbf erreicht. Wir hatten noch 10 Minuten Übergang und 16:52 Uhr fuhr
die Mitteldeutsche Regiobahn als RE 74026 nach Hof Hbf ab. Eine Stunde später hatten wir Chemnitz Hbf nach insgesamt 1306 Kilometern wieder erreicht.

Trotz der großen und kleinen außerordentlichen Ereignisse war es eine schöne Rundfahrt. Zwar hatte es auch im zweiten Anlauf wieder nicht mit dem
„Cyklo Brdy“ geklappt, aber aller guten Dinge sind eh drei und keine 14 Tage später unternahm ich einen erneuten Versuch.



 

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© 2021, Stefan Fritzsch