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  22.06.2022 - [DE] Mit dem 9-Euro-Ticket in den Harz - Teil 2  



Eine Woche zuvor hatten wir am 15.06.2022 bereits einen Ausflug mit dem 9-Euro-Ticket in den Harz unternommen, um die Harzquerbahn von Nordhausen nach Wernigerode mit Dampflok-Traktion zu bereisen. Bei unserem zweiten Ausflug genau eine Woche später stand nun die Selketalbahn auf dem Programm.
Der Wetterbericht versprach wieder schönstes Wetter. Zudem war es der letzte Mittwoch vor Beginn der Sommerferien in einigen Bundesländern und den damit
zu erwarteten höheren Reisendenaufkommen durch das 9-Euro-Ticket in den Zügen.

Wie bereits eine Woche zuvor begann ich, diesmal zusammen mit meinem Vater, die Rundfahrt in Burgstädt mit einer kurzen Fahrt im RE 74162 nach Chemnitz Hbf. Nach der Kurzwende im Chemnitzer Hauptbahnhof setzte sich 223 152 mit dem RE 74167 pünktlich 07:31 Uhr in Richtung Leipzig in Bewegung.
Der Zug war wieder gut ausgelastet, aber nicht überfüllt und bis Geithain hatten wir das Abteil im Bomz512 (D-TDRO 55 80 29-33 103-7) für uns allein.
Hier stieg ein älteres Pärchen zu, welches einen Ausflug mit dem 9-Euro-Ticket nach Hamburg machte.


IntEgro 223 152 mit dem RE 74167 nach Leipzig Hbf in Chemnitz Hbf.


Blick vom Bahrebachviadukt auf die Autobahn 4 in Richtung Dresden.


Einfahrt des RE 74167 in Leipzig Hbf.

Leipzig erreichten wir 81 Kilometer später pünktlich 08:30 Uhr. Wir decken uns noch mit etwas Proviant ein und wechselten zum Bahnsteig 10. Mit dem RE 16108 wollten wir 09:04 Uhr weiter nach Magdeburg fahren. Der Zug war gut besetzt, auf seiner Fahrt nach Magdeburg bekamen nicht alle Reisenden einen Sitzplatz.


DB 1442 309 als RE 16108 nach Magdeburg Hbf. Alle Reisenden waren schon eingestiegen zuvor war der Bahnsteig gut gefüllt.

Pünktlich 09:04 Uhr setzte sich der fünfteilige Talent in Bewegung. Durch eine Baustelle und dadurch eingleisigen Betrieb bei Königsborn erreichten wir
Magdeburg Hbf mit fünfminütiger Verspätung 10:49 Uhr. Von Magdeburg hatten wir vor, mit dem Abellio Ersatzverkehr am Übersetzfenster weiter nach
Halberstadt fahren. Diesen Streckenabschnitt hatten wir in der Vorwoche ausgelassen.

Am Bahnsteig 6 angekommen war meine Verwunderung und Enttäuschung erst einmal groß. Statt der erwarteten 218 mit n-Wagen standen zwei Regio-Shuttle
RS 1 der Bodensee-Oberschwaben-Bahn am Bahnsteig. Nach Auskunft des Triebfahrzeugführers stand nur eine betriebsfähige 218 zur Verfügung, welche mit
der anderen Ersatzgarnitur bereits unterwegs war. Nach dem ersten Ärger sah ich es aber positiv. Lieber Ersatz-Ersatzverkehr als Ausfall!


650 745 und 650 746 als RE 69374 nach Goslar in Magdeburg Hbf.

Der Triebwagen war durch eine größere Reisegruppe gut besetzt. Die Abfahrt erfolgte pünktlich 11:08 Uhr und 50 Minuten und 59 Kilometer später erreichten wir Halberstadt. Der Bahnhof Halberstadt hat etwas vom Eisenbahnbetrieb in Tschechien. Es treffen zur vollen Stunde die Züge aus bis zu fünf Richtungen zusammen,
um kurz darauf wieder in alle Richtungen zu verschwinden. Für den Reisenden bietet sich so eine perfekte Umsteigemöglichkeit ohne lange Wartezeit.

Wir wählten für unsere Weiterfahrt den RE 80504 von Abellio Rail Mitteldeutschland in Richtung Thale, um in Quedlinburg das Netz der HSB zu erreichen.


Einfahrt von 218 472 mit dem RE 69373 aus Goslar nach Magdeburg in Halberstadt. Der Zug war im für mich falschen Umlauf.


ABRM 1648 452 (Lint 41) als RE 80504 nach Thale Hbf in Halberstadt. Dahinter stand 218 472 mit dem RE 69373 nach Magdeburg.

Nach einer Viertelstunde Fahrt erreichten wir 12:23 Uhr mit Quedlinburg den Zugang zum Netz der Harzer Schmalspurbahnen. Über Gernrode, dem Selktetal, Hasselfelde und Eisfelder Talmühle sollte uns unser Weg auf schmaler Spur in den kommenden Stunden nach Nordhausen Nord führen.

Bis zur Abfahrt unseres ersten Dampf-Zuges hatten wir noch etwas Zeit. Nach 20-minütiger Wartezeit kam am Horizont 99 6001 angedampft. Die Strecke von Gernrode nach Quedlinburg wurde nach der Stilllegung der Normalspurstrecke 2005 auf 1.000 mm umgespurt. Somit wuchs das Netz der HSB um 9 Kilometer.


Einfahrt von 99 6001 mit dem Zug 8964 aus Alexisbad in Quedlinburg.

Dem Zug entstiegen einige Reisende. Mit uns wollte dann aber nur ein weiterer Passagier nach Gernrode fahren. Wir entschieden uns für den ersten Wagen
hinter der Lok (900-449). Die Lok setzte um den Zug und pünktlich 12:56 Uhr erfolgte die Abfahrt von Zug 8965 ins 9 Kilometer entfernte Gernrode.

Ich freute mich, dass statt einer Neubaulok mit 99 6001 die Stammlokomotive der Einsatzstelle Gernrode im Einsatz war.


Auf ging es Richtung Harz.


Einfahrt in Gernrode.

Gernrode erreichten wir 13:12 Uhr. Hier hatten wir eine Stunde Aufenthalt, bevor der Zug seine Reise durch das Selketal fortsetzte.
Die Lok fuhr zum Bekohlen und Restaurieren, wir machten es uns auf einer Bank im Schatten gemütlich.




187 013 war als Zug 8953 aus Quedlinburg gekommen und war schon bereit für die Rückfahrt. 99 6001 fuhr zu ihren Personenwagen.

Am Bahnsteig trafen in der Zwischenzeit einige Reisende ein. Zehn Minuten vor Abfahrt wurde der Zug bereitgestellt. Den ersten Wagen nahm bis Hasselfelde
eine Busreisegruppe in Beschlag. Die restlichen Reisenden hatten im zweiten Wagen (900-242) aber genug Platz, jeder hatte eine Sitzgruppe für sich. Pünktlich
14:13 Uhr erfolgte die Abfahrt des Zug 8966 ins 40 Kilometer entfernte Hasselfelde. Der Fahrplan sah eine Fahrzeit von knapp 2 Stunden vor.




Alexisbad mit 187 017 als Zug 8982 nach Harzgerode.

In Alexisbad erfolgte 15:04 Uhr die Doppelausfahrt mit 187 017 nach Harzgerode. Die 3 Kilometer lange Stichstrecke in den Erholungsort ließen wir aus.
Mit dem Dampfzug war sie auch nur am Morgen mit Abfahrt 08:27 Uhr in Alexisbad zu bereisen.


Doppelausfahrt in Alexisbad.


In Stiege trafen wir auf die Strecke von Eisfelder Talmühle.


Blick zurück auf den Bahnhof Stiege. Links das Gleis der Wendeschleife welches 1984 mit dem Wiederaufbau der Strecke nach Straßberg errichtet wurde.

Pünktlich 16:05 Uhr erreichten wir Hasselfelde. Die Lok nahm Wasser und setzte anschließend um den Zug. Die Reisegruppe und eine Großzahl der Reisenden verließ den Zug. Wir wechselten für die kommende Fahrt auf die hinterste Plattform. Der Aufenthalt in Hasselfelde währte nur kurz. Mit 4 Minuten Verspätung erfolgte 16:19 Uhr, nun als Zug 8967, die Abfahrt ins 13 Kilometer entfernte Eisfelder Talmühle. Von der letzten Plattform bot sich ein herrliches Panorama.


99 6001 mit Zug 8966 nach der Ankunft in Hasselfelde.


Der Blick ging zurück über Hasselfelde auf Brocken und Wurmberg.


Ausfahrt in Stiege nun Richtung Eisfelder Talmühle. Rechts das Gleis aus Gernrode.


Vor Eisfelder Talmühle verläuft die Strecke parallel zur Harzquerbahn von Wernigerode.

Mit 3 Minuten Verspätung erreichten wir 16:52 Uhr Eisfelder Talmühle. Knapp 4 Stunden waren wir seit Quedlinburg im Selketal (mit Pause) unterwegs gewesen. Weiter sollte unsere Reise auf der Harzquerbahn nach Nordhausen Nord gehen. Kurz nach unserer Ankunft kam bereits 99 7243 mit dem Zug 8929 vom Brocken eingefahren. Der Zug hatte in Eisfelder Talmühle einen viertelstündigen Aufenthalt zum Wassernehmen, bevor er seine Fahrt 17:14 Uhr fortsetzte.


99 7243 mit Zug 8929 nach Nordhausen Nord in Eisfelder Talmühle. Rechts ist 99 6001 mit Zug 8968 bereit für die Rückfahrt nach Quedlinburg.

Für die bevorstehenden 17 Kilometer wählten wir wieder die letzte Plattform (Wagen 900-486) und pünktlich erfolgte die Abfahrt des Zuges.




Der Blick ging zurück auf Ilfeld, das Tor zum Harz.

Wir genossen die letzten Kilometer auf dem Netz der Harzer Schmalspurbahn bei schönstem Sommerwetter. Mit 3 Minuten Verspätung erfolgte 17:54 Uhr die Ankunft in Nordhausen Nord. Im Gegensatz zur Vorwoche hatten wir dieses Mal genügend Zeit für den Umstieg. Die Heimreise nach Chemnitz stand auf dem Programm.


Der Zug nach der Ankunft in Nordhausen Nord.

Nachdem wir uns etwas gestärkt hatten warteten wir auf einer schattigen Bank auf den nächsten Zug. Mit dem RE 74737 aus Leinefelde wollten wir nach
Halle (Saale) Hbf fahren. Der fünfteilige Talent 2 von Abellio Rail Mitteldeutschland war pünktlich unterwegs. Der Zug war nur spärlich besetzt, so dass wir eine ausreichende Sitzplatzauswahl hatten. 18:43 Uhr erfolgte die Abfahrt in Nordhausen für die nächste, 97 Kilometer lange Etappe.


Das Kyffhäuser-Denkmal.

Halle (Saale) Hbf erreichten wir zwei Minuten vor Plan 19:55 Uhr. Ganz entspannt wechselten wir vom Bahnsteig 5 zum Bahnsteig 10. Hier stand bereits die S 5X
nach Zwickau (Sachs), bestehend aus zwei dreiteiligen Talent 2 der DB bereit. Im 1442 122 nahmen wir für die 23-minütige Fahrt Platz. Pünktlich 20:15 Uhr
erfolgte die Abfahrt. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von fast 102 km/h ist der Zug für eine S-Bahn recht flott unterwegs.


Mit ABRM 9442 306 waren wir aus Nordhausen gekommen, hier nach der Ankunft in Halle (Saale) Hbf.


DB 1442 122 genoss die Abendsonne in Halle (Saale) Hbf. Mit ihm fuhren wir nach Leipzig.

Als wir in Leipzig Hbf aus dem Citytunnel auftauchten, war gerade der verspätete RE 6 aus Chemnitz eingefahren. Wir näherten uns dem Bahnsteig 23, als
der Zug wahrscheinlich zum Tanken aus der Halle gefahren wurde. Beim Warten auf die Rückkehr des Zuges blieb etwas Zeit, um an den längsten Tagen
des Jahres noch ein paar Bilder der tiefstehenden Sonne mit dem Leipziger Bahnhofsgebäude anzufertigen.


Nach 21 Uhr strahlte die Sonne noch die Front der Leipziger Bahnhofshalle an.

Fünf Minuten vor der Abfahrt kehrte der Zug an den Bahnsteig zurück. Die Anzeigetafel ging mittlerweile von einer fünfminütigen Verspätung aus. Die Anzahl der Reisenden war um diese Zeit nicht mehr stark, so dass wir im ABomz512 (D-TDRO 55 80 39-33 201-7) für die Fahrt ein Abteil für uns hatten.

Während der Zug gerade pünktlich 21:20 Uhr abfuhr ertönte aus dem Lautsprecher die Durchsage, dass sich die Abfahrt um 5 Minuten verspätet.


21:22 Uhr verschwand die Sonne hinter den Gebäuden.

Wir fuhren bis Burgstädt, welches wir nach 66 Kilometern pünktlich 22:12 Uhr erreichten. Insgesamt hatten wir an diesem Tag 574 Kilometer zurückgelegt.

Es waren zwei super Tagesausflüge in den Harz gewesen. Das Wetter spielte an beiden Tagen mehr als mit, die Sonne strahlte vom wolkenfreien Himmel.
Insgesamt waren wir in beiden Tagen 1.175 Kilometer unterwegs, davon 140 Kilometer mit Dampf im Netz der Harzer Schmalspurbahnen.



 

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