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  24.06. bis 26.06.2015 - [CZ][SK] Entlang der slowakischen Gebirge - Teil 2  



25.06.2015

Geschlafen hatten wir die Nacht irgendwo zwischen schlecht und überhaupt nicht. Eine richtige Erklärung hatten wir nicht. Die Laufruhe und auch die
Klimatisierung des Wagens waren in Ordnung. Wahrscheinlich waren es die knüppelharten, schmalen Betten. Diese waren alles andere als bequem.

Als wir das Fensterrollo gegen 05:40 Uhr öffneten, passierten wir gerade das Bw in Žilina. Unsere Verspätung war mittlerweile auf 40 Minuten angewachsen.
Ich hatte es auch nicht anders erwartet. Ich hatte den Zug die Wochen davor beobachtet und es gab keinen Tag, an dem der Zug pünktlich war. Auch unser Schlafwagenbetreuer konnte sich nicht erklären, warum der Zug seit Monaten verspätet war, zumal der EN 445, der eine Stunde eher auf der gleichen Strecke verkehrte, nahezu immer pünktlich unterwegs war. Ich hoffte, dass die Verspätung nicht weiter zunahm und eventuell etwas geringer werden würde.


ŽSSK 350 003 hatte mit unserem R 443 Žilina gerade verlassen. Danke an Tomáš Ondruš für dieses Bild (www.trainweb.cz)

Kurz darauf drückte ich dann auch das erste Mal an diesem Tag auf den Auslöser.


Rangierbahnhof Žilina-Teplička.


Blick auf das Strážovské vrchy.


Die Burg Strecno im schönsten Morgenlicht.

Mittlerweile war unsere Verspätung um weitere 2 Minuten angewachsen. Wir wollten den Zug in Poprad-Tatry, planmäßige Ankunft sollte 06:55 Uhr sein,
verlassen und hätten eigentlich 42 Minuten Übergang zur Elektrischen Tatrabahn gehabt. Auf Grund der Beobachtungen der Wochen davor hatte ich
auf eine pünktliche Abfahrt in Prag gehofft, denn jetzt zählte jede Minute, um wenigstens etwas Zeit in den Bergen verbringen zu können.


Über den Mittleren Beskiden hingen die Wolken.


Gegenüber anderen Schlafwagentypen sind die Abteile geräumig.


Unser Abteil Nummer 4 im WLABmee823.

Die Hohe Tatra kam endlich in Sicht und unsere Verspätung schwand minimal.



Mit 39 Minuten Verspätung erreichten wir Poprad-Tatry 07:34 Uhr und kamen mit unserem Wagen direkt unter dem Gebäude zum Stehen. Schnell noch ein Foto, dann ging es die Treppe hinauf. Um 07:37 Uhr fuhr der Stadler-Triebwagen in die Berge ab. Die Fahrkarten dafür hatte ich vorausschauend im Internet gekauft.


Ein letzter Blick auf unser Nachtquatier.


Durch die Bahnhofshalle liefen wir zur elektrischen Tatrabahn.


ŽSSK 425 954 und 425 952 als Os 8108 nach Taranská Lomnica in Poprad-Tatry.


ŽSSK 350 003 verließ mit R 443 Poprad-Tatry in Richtung Košice.


Noch ein Blick auf die Hohe Tatra. Leider zogen die Berge im Laufe des Vormittags zu.

Mit dem Os 8108 nach Taranská Lomnica fuhren wir bis Starý Smokovec. Für die 13 Kilometer lange Strecke benötigte der Zug 24 Minuten.


Liniennetz und Preisangaben der Bahnen in der Hohen Tatra.

Wir wollten nach weiter Štrbské Pleso und mussten daher in Starý Smokovec in den Os 8281 dahin umsteigen.
Der Triebwagen stand bereit und setzt sich kurz daruf 08:09 Uhr in Bewegung.


Umstieg in Starý Smokovec in den Triebwagen nach Štrbské Pleso um.


Blick ins Tal. Der Orkan von 2004 hatte immer noch erkennbare Spuren hinterlassen.


ŽSSK 425 964 angekommen in Štrbské Pleso.

Nach weiteren 16 Kilometern mit der Elektrischen Tatrabahn erreichten wir 08:50 Uhr mit Štrbské Pleso das erste Etappenziel der Reise.
Wir jetzt einen Aufenthalt von 2 ½ Stunden und beschlossen, eine Runde um den gleichnamigen See zu drehen, welcher dem Ort den Namen gab.




Blick über den Štrbské pleso. Leider zeigten sich die Berge wolkenverhangen.

Nachdem wir das erste Tief nach der kurzen Nacht überwunden und unsere Runde um den See fertig gelaufen hatten, waren wir zurück am Bahnhof,
um 11:24 Uhr mit der Zahnradbahn hinunter nach Štrba zu fahren. Für die komplette Fahrkarte von Poprad-Tatry über Starý Smokovec und
Štrbské Pleso nach Štrba hatte ich Online bei der ŽSSK 1,90 € pro Person bezahlt.


Wie weit darf eigentlich ein Signal vom Gleis entfernt stehen?


Ankunft der Zahnradbahn aus Štrba in Štrbské Pleso. Der Zug war mehr als voll.

Der Triebwagen kam 11 Uhr bis auf den letzten Zentimeter mit Reisenden gefüllt aus Štrba eingefahren. Den Rückweg dahin mit uns sollte er fast leer antreten.
Nach der Rekostruktion der Strecke wurden die drei Triebwagen 1969 von SLM in Winterthur geliefert um den Verkehr während der Ski-WM 1970 sicherzustellen.
Sie entsprachen weitgehend gleichartigen Fahrzeugen, wie sie vorher schon für die Arth-Rigi-Bahn in der Schweiz gefertigt worden waren. Auf Grund der
Fahrzeuge und der hohen Berge im Hintergrund hatte man das Gefühl, nicht in der Slowakei, sondern in der Schweiz zu sein.


ŽSSK 405 953 in Štrbské Pleso.


Willkommen in der Schweiz.

Als Os 8013 startete der Triebwagen 11:24 Uhr seine 18-minütige Fahrt hinab nach Štrba. Die Strecke hat eine Länge von 4,75 Kilometer.


Wir rumpelten bergab nach Štrba.


ŽSSK 405 953 nach der Ankunft in Štrba.

Wir erreichten Štrba 11:42 Uhr. Von hier wollten wir unsere Reise nach einem geplanten halbstündigen Aufenthalt weiter in Richtung Osten fortsetzen.

Weiter geht es im Teil 3.



   
© 2024, Stefan Fritzsch