11.05. - 12.05.2025 - [DE] Mit dem Schweden nach Norden - Teil 2
12.05.2025
Am heutigen Montag stand die Rückfahrt nach Chemnitz auf dem Reiseplan. Diese wollten wir nicht direkt angehen, sondern eher mit Umweg nach Hause kommen.
Ich war soweit möglich mit meinem Deutschlandticket unterwegs, mein Vater nutzte ein TagesTicket M Fern F. Dies setzte voraus, dass wir bis Chemnitz
nur in DB Zügen unterwegs sein können. Da damit die früheste Ankunft in Chemnitz 19:31 Uhr möglich ist, musste der Tag bis dahin geplant werden.
So gab es ein Vormittagsprogramm, um anschließend Berlin zum Mittag im kulinarisches Angebot auf Schienen zu verlassen und in Richtung Sachsen aufzubrechen. Wir verließen das Hotel bereits 07:00 Uhr wieder und kauften uns noch etwas zum Frühstück im Ostbahnhof. Bis zum Mittag wollten wir Berlin einmal komplett über den Außenring gegen den Uhrzeigersinn umrunden. Dazu steuerten wir als erstes die S 75 in Richtung Wartenberg an, um zum Außenring zu gelangen.
DB 481 382 stand als S 75 (75745) nach Wartenberg im Ostbahnhof bereit.
Erstes Ziel war die RB 32 nach Oranienburg. Diese verkehrte an diesem Tag auf Grund von Bauarbeiten nicht wie üblich von Schönefeld über Schöneweide und Ostkreuz, sondern nahm den direkten Weg von Schönefeld über den Außenring nach Hohenschönhausen. Wir nutzten daher die S 75 bis dahin. Wir wählten eine
S-Bahn früher, was sich als richtige Entscheidung herausstellte. Die Abfahrt erfolgte schon mit 6 Minuten Verspätung und summierte sich auf Grund belegter Gleise immer mehr, so dass wir mit 11 Minuten Verspätung 07:47 Uhr in Hohenschönhausen ankamen. Jetzt hieß es sich am etwas umständlichen Umstiegsbahnhof
beeilen, denn 07:52 Uhr fuhr die RB 18204 nach Oranienburg ab. Der Umstieg klappte und 19 Minuten später erreichten wir pünktlich Oranienburg.
Die RB 18204 nach der Ankunft in Oranienburg. DB 147 016 war für die Traktion eingeteilt.
Nach dem kurzen Übergang in Hohenschönhausen hatten wir nun viel Zeit, denn erst in 55 Minuten fuhr unser nächster Zug. So schauten wir uns etwas im und
vor dem Bahnhof um. Nächstes Ziel auf dem Außenring war Golm im Südwesten und mit der RB 18459 wollten wir dahin gelangen. Der Talent 2-Triebwagen kam 08:57 Uhr aus Potsdam Griebnitzsee eingefahren, um 09:05 Uhr dahin zurückzukehren. Der dreiteilige Triebwagen war zum Montagvormittag gut besetzt.
DB 442 132 als RB 18459 nach Potsdam Griebnitzsee in Oranienburg.
Nach dem Fahrtrichtungswechsel in Hennigsdorf erreichten wir pünktlich 09:53 Uhr Golm. Den halben Außenring hatten wir jetzt geschafft. In Golm werden die
Züge der RB 20 mit denen der RB 22 vereint bzw. getrennt. So setzte der Triebwagen aus Oranienburg an den Triebwagen aus Königs Wusterhausen, um dann gemeinsam nach Potsdam Griebnitzsee zu fahren. Wir wechselten auf den anderen Bahnsteig, hier kamen die beiden Triebwagen aus Potsdam Griebnitzsee eingefahren, um getrennt in unterschiedliche Richtungen weiter zu fahren. Für uns ging es in der schwach besetzten RB 18112 weiter nach Königs Wusterhausen.
Die RB 18459 aus Oranienburg setzt an die RB 18111 aus Königs Wusterhausen.
Am Bahnsteig 1 kamen DB 442 127 als RB 18460 nach Oranienburg und DB 442 als RB 18112 nach Königs Wusterhausen eingefahren.
Mit DB 442 317 als RB 18112 setzten wir unsere Reise auf dem Außenring fort.
Potsdam Pirschheide, ehemals Potsdam Hbf. Auf den Tiefgleisen stand die RB 33 nach Jüterbog.
Alles lief wie am Schnürchen und eine Minute vor Plan erreichten wir 10:49 Uhr Königs Wusterhausen. Von hier wollten wir wieder zum Berlin Hauptbahnhof gelangen. Dazu nutzten wir den RE 3115 von Cottbus nach Nauen. Dieser war auf die Minute pünktlich unterwegs. Der Zug war sehr gut besetzt, wir fanden
aber im Oberdeck des letzten Doppelstockwagens (DBpza 780.6, D-DB 50 80 26-85 021-6) zwei Plätze.
Einfahrt von DB 182 005 mit dem RE 3115 bei der Einfahrt in Königs Wusterhausen.
Wir verließen 10:58 Uhr Königs Wusterhausen wieder und erreichten 11:35 Uhr Berlin Hbf. Damit war nach 195 Kilometern die Vormittagsrunde abgeschlossen.
Als nächstes Stand das Mittagessen auf dem Programm. Dazu hatte ich die polnische Küche auserkoren. Im Speisewagen des EC 47 „Berlin-Warszawa-Express“ wollten wir uns bis Frankfurt (Oder) verwöhnen lassen. Ich nutzte dazu als Fahrkarte einen SuperSparPreis für 9,99 €. Mein Vater hatte sein TagesTicket M Fern F.
Kurz vor Abfahrt wurde noch der Bahnsteig von 11 auf 12 geändert, so dass PKP IC 5 370 005 mit dem EC 47 etwas fotogener Einfuhr.
Der Zugverband bestand aus 5 Abteil- und einem Großraumwagen 2. Klasse, dem Speisewagen und einem Abteilwagen 1. Klasse.
Wir nahmen direkt im Speisewagen Platz. Dieser war ein WRmnouz (305Ad), wovon 2013 bei H. Cegielski - FPS Posen nur zwei Wagen für den Zug Warschau – Stettin gebaut wurden. Bis 2021 fuhr der Wagen, welcher sich durch das Wabenmuster im Inneren auszeichnet, ausschließlich auf dieser Linie.
Blick in den Innenraum des PKP WRmnouz (305Ad) (PL-PKPIC 61 51 88-90 006-7).
Ab der Stadtgrenze von Berlin war jeder Tisch besetzt. Ich wurde etwas unruhig, da unsere Zeit ja nur begrenzt war und der WARS-Mitarbeiter es eher gemütlich anging und nicht den Anschein machte, zeitnah Bestellungen aufzunehmen. Daher bestellte nicht nur ich gleich am Tresen und bezahlte auch sofort. Wir wählten
das frische Schweineschnitzel mit Kartoffeln, roter Bete und Weißkrautsalat für 10,20 € und kurz darauf war das bekannte Klopfen aus der Küche zu hören.
Alles ging gut und wir hatten noch ausreichend Zeit, unser wirklich leckeres Mittag an der vorbeiziehenden eintönigen Brandenburger Landschaft zu genießen.
Frisches Schweineschnitzel mit Kartoffeln, roter Bete und Weißkrautsalat. Wirklich sehr lecker.
Rechtzeitig aufgesessen erreichten wir 12:42 Uhr, 5 Minuten vor Plan, Frankfurt (Oder). Hier hatten wir wieder einen größeren Aufenthalt. Dabei ist der Bahnhof das ganz Gegenteil zum quirligen Berlin. Er herrschte so ziemlich Tode Hose. Am Bahnhof war eine Lady abgestellt, deren Geburtsort wir heute schon besucht hatten.
PKP WRmnouz (305Ad) (PL-PKPIC 61 51 88-90 006-7) als Wagen 271 im EC 47.
Die Bahnhofsteighalle in Frankfurt (Oder) mit dem EC 48 (Warschau – Berlin Hbf).
Die weiße Lady: DeltaRail 212 001 (LEW Hennigsdorf 1982).
Von Frankfurt (Oder) wollten wir jetzt den Weg in Richtung Sachsen antreten. Dazu nutzen wir zunächst den RE 18391 über Cottbus in Richtung Leipzig.
Der Mireo Triebwagen kam 13:21 Uhr als RB 26088 aus Cottbus eingefahren. Nach kurzer Standzeit fuhr er 13:38 Uhr über Cottbus und Falkenberg (Elster)
nach Leipzig Hbf. Die Auslastung war bereits ab Frankfurt gut. Ab Cottbus wurde es dann aber richtig voll und nicht alle Reisenden hatten einen Sitzplatz.
Einfahrt von DB 463 106 als RB 26088 aus Cottbus in Frankfurt (Oder). Der Triebwagen fuhr anschließend als RE 18391 nach Leipzig Hbf.
So sieht die Verkehrswende in Deutschland. In Finkenheerd verläuft zwischen dem ehemaligen EG und dem Bahnsteig jetzt eine Schnellstraße.
Wir wollten Chemnitz nicht über Leipzig, sondern über Dresden erreichen. Dazu hätten wir eigentlich in Cottbus umsteigen und über Senftenberg fahren können.
An diesem Tag war die Strecke aber wegen Bauarbeiten bis Ruhland gesperrt, auch von Calau nach Senftenberg fuhr kein Zug und so blieben wir sitzen,
um noch über Falkenberg (Elster) einen Hacken zu schlagen.
Bis Falkenberg (Elster) waren wir pünktlich unterwegs, mussten aber am Einfahrsignal warten, da der Zugteil aus Hoyerswerda, an den unser Triebwagen angekuppelt wurde, verspätet war. Mit 5 Minuten Verspätung kamen wir 16:00 Uhr nach 167 Kilometern am Bahnsteig zum Stehen und stiegen aus.
Wir wechselten auf den gegenüberliegenden Bahnsteig, den 16:12 Uhr setzten wir unsere Reise im RE 18190 in Richtung Hoyerswerda fort.
Einfahrt von DB 463 104 als RE 18390 nach Frankfurt (Oder) und DB 463 105 als RE 13190 nach Hoyerswerda.
Der Triebwagen nach Hoyerswerda war nur sehr schwach besetzt und rollte gemütlich durch die Landschaft. Mit 2 Minuten Verspätung erreichten wir 16:57 Uhr Ruhland. Hier gab es den letzten knappen Übergang für diesen Tag und 17:01 Uhr setzten wir unsere Reise im RE 18413 nach Dresden-Neustadt fort. Der Zug begann auf Grund der Bauarbeiten erst in Ruhland in beiden Talent 2-Triebwagen gab es genügend freie Sitze.
Die Auslastung von Ruhland nach Dresden war sehr schwach. Wir hatten einen Triebwagenteil für uns allein.
Ab Großenhain zog dann endlich wieder etwas Abwechslung am Fenster vorbei. Gefühl waren wir den ganzen Tag nur an Feldern und Wäldern vorbei gefahren. Dresden-Neustadt erreichten wir pünktlich 17:55 Uhr und stellten fest, dass unser Aufenthalt in Dresden länger als geplant sein sollte. Der InterCity aus Rostock
nach Chemnitz hatte mittlerweile 40 Minuten Verspätung. Die eher verkehrenden Züge der MRB waren auf Grund des Tickets meines Vaters keine Option.
Mit DB 442 151 waren wir als RE 18413 aus Ruhland gekommen. Er fuhr als RB 31 weiter nach Großenhain Cottbuser Bahnhof.
Die Bahnsteighalle des Neustädter Bahnhof. Vor 24 Stunden waren wir mit dem schwedischen Schnellzug am linken Gleis durch gekommen.
Da ich mit meinem Deutschlandticket den InterCity erst ab Dresden Hbf nutzen konnte, fuhren wir mit der S 8 aus Kamenz 18:17 Uhr zum Hauptbahnhof.
In Dresden Hbf hieß es nun warten, bis der IC 2271 endlich die Landeshauptstadt erreichte. Zeit genug für ein Foto der Bahnsteighalle im warmen Abendlicht.
Einfahrt von DB 642 139 als S 8 (16626) aus Kamenz nach Dresden Hbf.
Dann war es endlich soweit und der IC 2271 erreichte Dresden Hbf. Trotz der Verspätung und Alternativen durch die MRB auf der Strecke nach Chemnitz
warteten einige Reisende auf den Zug. Dieser war auch auf seiner Fahrt nach Chemnitz gut besetzt. Ich war doch überrascht, wie viele Reisende damit aus Berlin
in Richtung Chemnitz fuhren. Im Unterdeck des DApfza 110.F (CH-DB 93 85 4110 617-6) fanden wir problemlos zwei Fensterplätze vis-a-vis. Fahrkartenkontrolle fand wie so oft zwischen Dresden und Chemnitz nicht statt. Vielmehr waren die Kundenbetreuer mit ihren mobilen Endgeräten beschäftigt. Mit 49 Minuten
Verspätung erfolgte 19:21 Uhr die Abfahrt in Dresden Hbf. Ich war gespannt, wo wir die vorausfahrende RB 30 überholen würden? Es war in Klingenberg-Colmnitz.
Einfahrt von Tz 4117 als IC 2271 von Rostock Hbf nach Chemnitz Hbf in Dresden Hbf.
Ende einer tollen Rundfahrt am Bahnsteig 8 in Chemnitz Hbf.
Mit 50 Minuten Verspätung erreichten wir 20:21 Uhr unser Ziel Chemnitz Hbf. Insgesamt hatten wir 932 Kilometer, davon allein heute 654 Kilometer, zurückgelegt.
Es war eine tolle Rundfahrt gewesen, wobei die Fahrt im Snälltåget bei wunderbaren Wetter natürlich das absolute Highlight der Reise war. Im klassischen
Schnellzug nach Berlin, wie ich es als Kind in den 80er und 90er Jahren sehr oft erleben konnte, hat einfach sehr viel Spaß gemacht. Für mich steht fest,
dass ich definitiv noch einmal, wahrscheinlich im September dann von Berlin nach Chemnitz, mitfahren werde.
Die Umrundung von Berlin hatte auch etwas Spezielles und der Besuch bei WARS war das Besondere der Rückreise. Es war ein rundum gelungener Ausflug.